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Das Projekt WILD

Das Projekt „Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands“ (WILD) wurde im Jahr 2000 vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV) und seinen Landesjagdverbänden als ein dauerhafter Baustein der ökologischen Umweltbeobachtung eingerichtet. Dabei werden Daten zum Vorkommen, zur Häufigkeit und Bestandsentwicklung von Wildtieren bundesweit einheitlich erhoben. Die Datenerfassung beruht zum einen auf Wildtierzählungen mit standardisierten Methoden in ausgewählten Zählgebieten („Erfassung in Referenzgebieten“) und zum anderen auf Bestandseinschätzungen von Wildtieren in möglichst vielen Jagdbezirken Deutschlands („Flächendeckende Einschätzung“). Darüber hinaus werden Faktoren untersucht, die Einfluss auf die Dichte der untersuchten Wildtierarten nehmen können. Hierzu zählen insbesondere die Art der Flächennutzungen bzw. ein Flächennutzungswandel, Prädatoren, Jagdstrecken sowie Klima- und Witterungsfaktoren. Wichtigstes Ziel ist die Dokumentation von Wildtierpopulationen, um hieraus Strategien für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Wildtieren zu entwickeln.

Wie ist die Struktur von WILD?

Um den erfolgreichen Verlauf des Projektes zu sichern, ist eine effektive Koordination der Arbeiten auf Bundesebene notwendig. Hierfür sind drei sog. „WILD-Zentren“ (Deutscher Jagdverband e.V., Tierärztliche Hochschule Hannover, Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde) zuständig, welche die wissenschaftliche Betreuung übernehmen. In den einzelnen Bundesländern wird die Durchführung von WILD durch den „Länderbetreuer“ umgesetzt. Aufgabe ist es, möglichst viele Vertreter der Jägerschaft dahingehend zu motivieren, langfristig am Projekt mitzuarbeiten. Des Weiteren ist der Länderbetreuer für die fristgerechte Umsetzung der Erfassungen, die Dateneingabe und deren Kontrolle zuständig. Die örtlichen Jäger führen dann die Zählungen nach vorheriger Anleitung ehrenamtlich in ihren Revieren durch und leisten damit den wichtigsten Beitrag im Projekt.

Was wird erhoben?

Im besonderen Focus des Projektes stehen die Niederwildarten Feldhase (Lepus europaeus) und Rebhuhn (Perdix perdix). Um den möglichen Prädatoreneinfluss zu quantifizieren, werden seit 2003 in den Referenzgebieten neben diesen beiden Arten auch Daten zu Rotfuchs (Vulpes vulpes), Dachs (Meles meles), Nebel- und Rabenkrähe (Corvus corone) jährlich erhoben.

Neben den Erfassungen in den Referenzgebieten erfolgen in regelmäßigen Abständen die flächendeckenden Erhebungen weiterer Arten in den Jagdbezirken Deutschlands. Hierzu zählen Abfragen zum Vorkommen, zur Jagstrecke, zum Krankheitsgeschehen aber auch Einschätzungen von Bestandsdichten und –entwicklungen. Regelmäßig erfasste Arten sind u.a. die Neozoenarten Marderhund, Waschbär und Mink sowie eine Reihe von Wasservögeln.

Die Ergebnisse der bisherigen Datenerhebungen sind ausführlich in den WILD-Jahresberichten veröffentlicht (www.jagdnetz.de). Außerdem wird jährlich ein separater Bericht für Brandenburg durch die Länderbetreuerin erstellt.  

Stand in Brandenburg

Die Erfassung der Wildtierarten in Brandenburg erfolgt auf freiwilliger Basis durch die Jäger in ihren eigenen Jagdbezirken. Dabei erhalten sie eine finanzielle Unterstützung durch den Landesjagdverband Brandenburg e. V. Derzeit sind in Brandenburg 45 Referenzgebiete eingerichtet, in denen regelmäßig Wildtierzählungen durchgeführt werden (Stand Juli 2013). Um die Repräsentativität der Daten noch zu steigern sind weitere Interessenten am Projekt jederzeit willkommen und können sich bei der Länderbetreuerin melden.

Ansprechpartner für Brandenburg

Grit Greiser

Grit Greiser

Wildtierökologin

Thünen-Institut für Waldökosysteme
Alfred-Möller-Str. 1, Haus 41/42
16225 Eberswalde

Tel.: 03334 / 3820-305

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