Von Januar bis März ist bei den Wölfen Paarungszeit. Auf der Suche nach einem geeigneten Partner legen die Tiere in einer Nacht bis zu 70 Kilometer zurück. Damit steigt auch die Unfallgefahr. An nahezu jedem Ort im Land Brandenburg ist das plötzliche Auftauchen von Isegrim möglich.

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Michendorf, 01.03.2017. Bei den Wölfen ist aktuell Fortpflanzungszeit. Deshalb ist in Brandenburgs Wäldern und Offenlandschaften mit einer erhöhten Aktivität der Großraubtiere zu rechnen. Die geschlechtsreifen Jungwölfe entwickeln einen ausgeprägten Wandertrieb. Während weibliche Wölfe in der Nähe des Elternrudels nach einem Partner Ausschau halten, wandern männliche Wölfe großräumiger. Dabei dringen sie auch in bislang wolfsfreie Regionen vor und überqueren stark befahrene Straßen. Demnächst ist damit zu rechnen, dass auch die nördlichen Landkreise Brandenburgs, wie die Uckermark und die Prignitz, von Wolfsrudeln besiedelt werden. Im vergangenen Jahr starben bei Verkehrsunfällen im Land Brandenburg 15 Wölfe. Im Jahr zuvor waren es neun. Der LJVB bittet deshalb alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Vorsicht.

Robert Franck, Wolfsbeauftrager des Landesjagdverbandes Brandenburg (LJVB): „Gerade jetzt ist das plötzliche Auftauchen eines Wolfes an fast jedem Ort in Brandenburg möglich. Auch wenn gesunde Wölfe in der Regel die unmittelbare Nähe zu Menschen meiden, ist alles zu unterlassen, was diese als Anfüttern verstehen könnten. Bei direktem Wolfskontakt rate ich Spaziergängern, sich bemerkbar zu machen und nicht in Panik zu verfallen. Hunde sollten zu deren Sicherheit angeleint bleiben.“

Der LJVB ruft alle Jäger auf, Hinweise auf den Wolf in ihren Revieren an den Verband zu melden. Der LJVB unterstützt gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz das Monitoring-Programm des Landes Brandenburg mit Schulungen zu Wolfskundigen. Die über das ganze Land verteilten Wolfskundigen sind Ansprechpartner vor Ort und wissen, wie Wolfshinweise den strengen Monitoring-Vorgaben entsprechend protokolliert werden. Auf diese Weise sollen möglichst viele belastbare Hinweise gesammelt werden, um zu einer wissenschaftlich relevanten Bestandsermittlung zu gelangen.

Der LJVB wird bei der bevorstehenden Evaluierung des Wolfsmanagementplans des Landes Brandenburg auf die Festlegung von Bestandsobergrenzen drängen. „Angesichts der rasant steigenden Wolfspopulation und der wachsenden Probleme muss endlich festgelegt werden, wie viele Wölfe Brandenburg ertragen kann und will. Eine unbegrenzte Ausbreitung ist realitätsfern und sorgt im ländlichen Raum für eine rapide sinkende Toleranz gegenüber dem Großraubtier. Es ist an der Zeit, die Probleme gemeinsam zu lösen.“, erklärt Dr. Dirk Henner Wellershoff, Präsident des LJVB.

LJVB