Am 18. Juli trafen sich Vertreter von Behörden, Verbänden und wissenschaftlichen Institutionen, um eine erste Zwischenbilanz des Ende 2012 verabschiedeten Wolfsmanagementplanes zu ziehen.

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 Bezüglich der Auswirkungen auf die Jagd herrscht ein großes Wissensdefizit.
„Über die Auswirkungen auf die Wildtierbestände haben wir in Brandenburg so gut wie noch keine Erkenntnisse“, sagte Georg Baumann, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Brandenburg. Es gibt Fälle, in denen die Jahresstrecke trotz Wolfseinfluss noch nicht sinkt, während in anderen Regionen drastische Einbrüche vor allem bei den Dam- und Muffelwildstrecken zu verzeichnen sind. „Um ein seriöses Wildtiermanagement zu betreiben, müssen wir dringend mehr wissen“, so Baumann. Er forderte Forschungsarbeiten, die die Erkenntnisse auf Revierebene darstellen. „So differenziert die Biotope und Lebensbedingungen für Wild und Wolf sind, so differenziert müssen auch unsere Lösungsansätze sein“, sagte Baumann. Für Brandenburg forderte er außerdem die Definition eines Zielbestandes. „Wir wollen wissen, welchen Anteil an einer gesicherten Population Brandenburg tragen muss“, sagte er im Plenum. Nur so könne auf Dauer die Akzeptanz der Landnutzer gesichert werden.
Derzeit leben nach Angabe des LUGV mindestens 62 Wölfe in Brandenburg. Nach Aussage von Steffen Butzeck, Mitarbeiter des LUGV, sind es mehr. Nicht von jedem Tier gelingt aber ein sicherer Nachweis und nur diese gehen in die Zählung ein. Der Landesjagdverband engagiert sich daher im Monitoring. In mehreren Schulungen wurden bisher über 80 Jägerinnen und Jäger als Wolfskundige ausgebildet. Sie sind in ihrer Region Ansprechpartner und wissen, wie Wolfshinweise den strengen Regularien entsprechend aufgenommen werden müssen. „Auf diesem Weg wollen wir dazu beitragen, gesicherte Erkenntnisse über die tatsächliche Bestandsgröße und die Verbreitungsgeschwindigkeit zu erhalten“, sagte Baumann. „Niemand ist häufiger in der Natur und kennt sein Revier besser als der Jäger.“
Der Landesjagdverband forderte außerdem die schnelle Schaffung der im Managementplan geforderten Planstellen für Herdenschutz und Öffentlichkeitsarbeit. „Eineinhalb Jahre nach Verabschiedung hätte dies schon lange passiert sein müssen“, so Baumann. Die Einschätzung von Umweltministerin Anita Tack, dass sich eine Menge getan habe, könne er daher nicht teilen.