Der Landesjagdverband ist empört - Schonzeitaufhebung für Reh- und Rotwild unter dem Deckmantel der ASP widerspricht jeglicher Weidgerechtigkeit!

Teilen: Share on FacebookEmail this to someone

Michendorf, 20.01.2020. Der Erlass der Obersten Jagdbehörde vom 17. Januar 2020 führt zu erheblichen tierschutzrelevanten Bedenken und Entsetzen der Jägerschaft.

Vor dem Hintergrund des noch immer drohenden Übergriffs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf Deutschland, hat das MLUK – Referat 35, nun bekanntgegeben die Schonzeit für wiederkäuendes Schalenwild bis zum 31.01.2020 auf Antrag auszusetzen und ruft auf, vermehrt Bewegungsjagden durchzuführen. Den Abschuss anderen Wildes als des Schwarzwildes, insbesondere des seitens der Landesforst ungeliebten Reh- und Rotwildes  könne man ja dann gleich mit “erledigen”, wenn schon einmal Unruhe im Wald herrsche. Wie bitte ??

Gemäß Jagdgesetz und allen tierschutzrechtlichen und wildökologischen Aspekten Rechnung tragend endet die Jagdsaison auf Schalenwild, außer Schwarzwild, mit dem 15. Januar. Rehwild, Rotwild, Damwild befinden sich im Wintermodus. Und die meisten Bachen sind dann hochtragend, einige haben schon ihre Frischlinge – Mutterschutz adé ?!?

Doch dessen nun nicht genug – liegt seit heute bereits gar ein Antrag zur Verlängerung der Aufhebung bis zum 29. Februar vor ! Niemand hat davon gewusst; im gestrigen Fachgespräch auf der Grünen Woche in Berlin mit den Entscheidungsträgern keine Silbe davon ! Die erste Amtshandlung des neuen grünen Ministers ist es offensichtlich, die Jägerschaft zu überrumpeln !?

Zieht man es vor, gar nicht mehr mit den Jägern zu reden ? Denn diese streiten durchaus für das Recht der Wildtiere – ohne den Einsatz ihres Brandenburger Präsidenten wäre aus der Schonzeitaufhebung in den grenznahen Gebieten doch auch lieber gleich eine für ganz Brandenburg geworden.

Der Landesjagdverband appelliert in aller Deutlichkeit an alle seine Mitglieder, diesem “Rundumschlag” der Behörde nicht zu folgen ! Eine verstärkte Einzelbejagung des Schwarzwildes hingegen ist durchaus zu bejahen und dient der Seuchenprävention. Keine Frage, hier können und sollten alle Jäger nach ihren Möglichkeiten unterstützen.

Denn jeder, wirklich jeder, möchte das Eindringen der ASP nach Deutschland verhindern. Doch sie nun durch die Oberste Jagdbehörde als Schutzschild zu verwenden, um auf diese Weise gleich noch mal einige andere Waldbewohner zu erlegen, die man ja sowieso loswerden möchte, ist ein hinterlistiger Schachzug, der auf dem Rücken der Wildtiere ausgetragen werden soll. So geht es nicht ! Da machen die Jäger nicht mit !!