Zahl der bestätigten Ausbrüche verdoppelt sich in nur fünf Monaten! Die Fläche der Restriktionsgebiete beträgt bereits 454 000 Hektar. Bekämpfung der ASP ist Aufgabe von nationaler Tragweite.

(Michendorf, 08.11.2021) Am heutigen Tag bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den 2000. Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Brandenburg. Innerhalb von 14 Monaten nach dem Eintrag der ASP in die brandenburgische Schwarzwildpopulation sind insgesamt sechs Landkreise und die Stadt Frankfurt/Oder betroffen. Die Fläche der Kerngebiete, einschließlich der gefährdeten Gebiete beträgt 454 000 Hektar. Die bisher ergriffenen Maßnahmen und die föderale Organisation der Tierseuchenbekämpfung sind an ihre Grenze gestoßen. Die Bekämpfung der ASP gelingt nur, wenn Ausbruchsherde künftig noch schneller ausgemacht und isoliert werden und insbesondere dem einwechselnden Schwarzwild aus Polen Einhalt geboten wird.
„Wir benötigen eine Erhöhung der behördlichen Annahmestellen für Blutproben im Rahmen des ASPMonitorings und die Abgabe muss rund um die Uhr, in gekühlten Briefkästen möglich sein, um den zeitlichen sowie finanziellen Aufwand für uns Jäger zu minimieren”, sagt Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg.
Die Arbeitsabläufe müssen dringend überarbeitet werden und es muss eine bessere Koordinierung aller betroffenen Landkreise erfolgen. „Der Bund und das Bundeslandwirtschaftsministerium müssen endlich Verantwortung übernehmen. Andernfalls wird die ASP-Bekämpfung in Brandenburg und in
Deutschland scheitern“, sagt Dr. Wellershoff.

Kadaversuchhunde als wichtige Unterstützung
Betroffene Gebiete müssen regelmäßig nach Kadavern abgesucht werden, um neu auftretende Infektionsherde rechtzeitig auszumachen. Laut Umfragen bei erfahrenen und aktiven Suchhundeführern wurden zirka 70 Prozent der Kadaver von Suchhunde-Gespannen gefunden. Dies verdeutlicht den enormen Stellenwert bei der Eindämmung der ASP. Aktuell wurden in Brandenburg um die 50 Kadaversuchhundegespanne ausgebildet und geprüft. Die Ausbildung von weiteren
Gespannen ist aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten seitens des zuständigen Ministeriums zum Erliegen gekommen. Der LJVB hat aktuell 15 Gespanne in den Startlöchern. „Wir freuen uns sehr, dass der Landkreis Teltow-Fläming die Situation erkannt hat und die Ausbildung von Kadaversuchhundegespannen unterstützen möchte. Wir hoffen, dass auch andere Landkreise diesem Vorbild folgen“, sagt Dr. Wellershoff.

Kürzlich veröffentlichte der Deutsche Jagdverband, Deutsche Bauernverband und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer ein gemeinsames Forderungspapier.