In den Landkreisen Märkisch-Oderland und Spree-Neiße wurden Wildschweinkadaver außerhalb der Kernzone positiv auf Afrikanische Schweinepest (ASP) beprobt. Der LJVB übt scharfe Kritik.

(Michendorf, 11. März 2021) Seit einem halben Jahr grassiert die Afrikanische Schweinepest unverändert stark im Land Brandenburg. Der Landesregierung ist es nicht gelungen, die Ausbreitung der ASP einzugrenzen. Bisher wurde das Virus an über 750 Wildschweinkadavern vom Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) amtlich bestätigt. Es kann von einer endemischen Ausbreitung gesprochen werden.

Am vergangenen Mittwoch wurden in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Spree-Neiße Wildschweinkadaver außerhalb der eingerichteten Kernzonen positiv auf das ASP-Virus beprobt. In einer aktuellen Pressemeldung fordert die zuständige Ministerin Ursula Nonnemacher eine schweinepestfreie Zone und eine beidseitige Zäunung entlang der polnischen Grenze. „Ministerin Nonnemacher läuft mit dieser Forderung dem aktuellen Seuchengeschehen hinterher. Bereits im Jahr 2019 forderten wir als LJVB eine wildschweinsichere Barriere nach Polen“, sagt der Präsident des Landesjagdverband Brandenburg Dr. Dirk-Henner Wellershoff. Der Seuchendruck aus dem Nachbarland ist unkalkulierbar hoch. Der bestehende Zaun ist alles andere als wildschweinsicher, wie verschiedene Aufnahmen belegen. Beschädigungen an Zaunlagen werden oft erst nach Tagen geschlossen. Wäre der nationale Katastrophenfall mit Beginn des ASP-Seuchengeschehens ausgerufen worden, wie vom LJVB gefordert, würden personelle und materielle Ressourcen schneller verfügbar sein.

Die aktuellen Funde zeigen, dass die bisher getroffenen Maßnahmen ihre gewünschte Wirkung verfehlen und die Landesregierung die Kontrolle vollständig verloren hat. Empfehlungen seitens der Jägerschaft zur Seuchenbekämpfung wurden von dem für die Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen zuständigen Leiter der obersten Jagd- und Forstbehörde Dr. Carsten Leßner abgewehrt. „Mit diesem Versagen in der Seuchenbekämpfung müssen sich die verantwortlichen Personen ernsthaft den Konsequenzen stellen“, sagt Dr. Wellershoff. Der Landesjagdverband Brandenburg fordert den Rücktritt der agierenden Personen und eine Neuausrichtung des ASP-Krisenstabs in Brandenburg.