Brandenburgs Ministerin Ursula Nonnemacher mit der Sachlage vollkommen überfordert. Seuchenbekämpfung und Schutz der betroffenen Landkreise laufen ins Leere.

(Michendorf, 16. Juli 2021) Seit heute grassiert die Afrikanische Schweinepest (ASP) auch in Brandenburgs Hausschweinbeständen. Wie das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt, gibt es erste Ausbrüche der ASP im Hausschweinebestand. Blutproben der verendeten Hausschweine aus den Landkreisen Spree-Neiße und Märkisch-Oderland wurden bereits gestern im Landeslabor positiv auf das ASP-Virus beprobt.

„Die bisher getroffenen Maßnahmen der Landesregierung in Brandenburg haben ihre Wirkung verfehlt. Nun wird für alle offensichtlich, dass die zuständige Ministerin, Ursula Nonnemacher, mit der Sachlage vollkommen überfordert ist“, sagt Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB). Das zuständige Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz von Frau Ursula Nonnemacher hat trotz mehrfacher Aufforderungen des Landesjagdverbands erst gar nicht und dann viel zu zögerlich reagiert. Der LJVB hatte bereits Ende 2019 das Ministerium aufgefordert, unverzüglich eine wildschweinsichere Barriere nach Polen zu errichten. Tatsächlich hat Ministerin Nonnemacher erst Mitte März 2021 reagiert und forderte in einer Pressemitteilung eine schweinepestfreie Zone und eine beidseitige Zäunung entlang der polnischen Grenze. „Wie von uns prognostiziert sind und waren die Maßnahmen des Ministeriums weder ausreichend noch professionell und mit der nötigen Sorgfalt umgesetzt worden“, sagt Dr. Wellershoff.

Mit dem ersten Auftreten der ASP bei Hausschweinen erreicht die Seuchenlage in Brandenburg ganz neue Dimensionen. Es zeigt, dass die Entscheidungen in Potsdam zu spät und zu langsam getroffen wurden. „Der ASP-Krisenstab hat die Kontrolle verloren und läuft dem Seuchengeschehen abermals hinterher“, so Dr. Wellershoff weiter.

Der LJVB ist der festen Überzeugung, dass mit der zuständigen Ministerin die ASP in Brandenburg nicht mehr in den Griff zu bekommen ist. Brandenburg benötigt einen konsequenten und landeseinheitlichen Weg bei der Seuchenbekämpfung. „Das wird nur mit einem Wechsel an der Ministeriumsspitze funktionieren. Der Ausruf eines nationalen Katastrophenfalls ist längst überfällig. Damit wären materielle und personelle Ressourcen wesentlich schneller in den betroffenen Gebieten verfügbar“, so der Präsident des LJVB. Es muss über weitere geeignete Maßnahmen nachgedacht werden, um die Ausbreitung der ASP einzudämmen. Die Errichtung einer wildschweinsicheren Barriere, innerhalb Brandenburgs, entlang der Autobahnen A 11, A 10 und A 13 gewinnt immer mehr an Bedeutung.

In Brandenburg wurde die hochinfektiöse Tierseuche bereits an 1.267 (Stand: 16.07.2021) verendeten Wildschweinen nachgewiesen. Es bestehen fünf Kernzonen. Das gefährdete Gebiet hat einschließlich der Kerngebiete eine Fläche von knapp 3.500 km2.