Der LJVB ruft zur Unterzeichnung des Volksbegehrens „Rettet Brandenburg“ auf. Bis zum 6. Juli werden 80.000 Unterschriften gegen Windkraftanlagen im Wald benötigt.

Michendorf. 18.05.2016. In Brandenburg entstehen immer neue Windkraftanlagen – zunehmend auch im Wald. Dem Ausbau stehen die Jägerinnen und Jäger Brandenburgs kritisch gegenüber. Mitte Mai beschlossen die Vertreter der rund 9.600 Mitglieder des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB) einstimmig die Unterstützung des Volksbegehrens „Rettet Brandenburg“. Kommen bis zum 6. Juli 80.000 Unterschriften zusammen, muss sich das Parlament mit der Forderung, keine weiteren WKA im Wald zu bauen, befassen. Lehnen die Delegierten ab, wäre ein Volksentscheid der nächste Schritt.

„Wald ist ein besonders schützenswerter Biotop, der nicht durch Windkraftanlagen verbaut und zerstückelt werden darf“, sagt Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des LJVB. „Der Wald ist unser wichtigster CO2-Speicher und bietet vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum.“ In Deutschland werden jährlich ca. 250.000 Fledermäuse durch Windenergieanlagen getötet. Auch besonders geschützte Arten wie Seeadler oder Rotmilan werden Opfer der großen Rotoren. Darüber hinaus ist der Flächenverbrauch der Anlagen enorm. Während der Bauphase und später für Wartungsarbeiten müssen große Areale für die Lastwagen sowie den Kran gerodet und verdichtet werden. Um die Anlagen herum dürfen die Flächen aus Brandschutzgründen nicht bewachsen sein. Außerdem müssen für die Zuwege breite Schneisen geschlagen und frei gehalten werden. Für den Netzanschluss müssen Kabel verlegt und ebenfalls Schneisen geschlagen werden. Dies alles führt zu einer dauerhaften Zerschneidung des geschlossenen Waldbildes mit allen teilweise noch sehr unklaren Konsequenzen für Flora und Fauna. Daher lehnen die Jägerinnen und Jäger Brandenburgs aus natur- und artenschutzrechtlichen Gründen den Bau von Windkraftanlagen im Wald derzeit ab.

Unterschrift auf dem Amt per Brief

Die Unterschriften können nicht auf der Straße gesammelt werden. Brandenburger ab dem 16. Lebensjähr können sich persönlich im Bürgeramt ihres Wohnorts in das Volksbegehren eintragen. Man kann sich die Unterlagen aber auch bequem und portofrei nach Hause schicken lassen. Dafür muss man lediglich auf der Homepage der Initiative die Unterlagen anfordern: www.vi-rettet-brandenburg.de