Schalenwild

Rotwild (Cervus elaphus)

Das Rotwild zählt zu den Echten Hirschen und ist in fast allen Biotopen von der Küste bis ins Gebirge vertreten. In Deutschland kommt Rotwild sowohl in geschlossenen Wäldern der Mittel- und Hochgebirge als auch in der norddeutschen Tiefebene vor. Rotwild gilt als standorttreu, wechselt seinen Standort aber häufig innerhalb seines Lebensraumes. Rotwild lebt gesellig in verschiedenen Rudeln.

Bei der Nahrung ist Rotwild weniger wählerisch als Rehwild und bevorzugt eine Mischäsung aus z.B. Gräsern, Kräutern, Pilzen, Rinde, Getreide, Kartoffeln, Kastanien, Eicheln oder Bucheckern. Durch das Schälen von Baumrinde kann wirtschaftlicher Schaden entstehen.

Die Rotwildbrunft findet in der Zeit von Mitte September bis Mitte Oktober statt. Kalte Nächte mit Frost begünstigen das Brunft-geschehen. Die Tragzeigt beträgt ca. 8 Monate. Die Kälber werden im Mai und Juni gesetzt.

Beim Rotwild wurde 2019/20 eine Strecke von 8.207 Stück Rotwild realisiert, das sind 7 Prozent weniger als im Vorjahr. Hohe Streckenanteile erreichten der Landkreis Ostprignitz-Ruppin und die Uckermark mit jeweils 12 Prozent.

Damwild (Dama dama)

Das Damwild wurde im 17. Jahrhundert bei uns verstärkt angesiedelt und gilt als anpassungsfähig und robust. Damwild eignet sich daher von allen Hischarten am besten für eine Gehegehaltung zur Fleischgewinnung. Als Lebensraum bevorzugt es offene Parklandschaften. Damwild lebt gesellig in Rudeln und ist – anders als das Rotwild – auch tagaktiv.

Ähnlich wie Rotwild bevorzugt Damwild eine Mischäsung aus diversen Pflanzen.

Die Damwildbrunft findet ca. einen Monat nach der Rotwildbrunft im Oktober und November statt. Nach einer Tragzeit von 7,5 Monaten werden die Kälber überwiegend im Juni gesetzt.

Die Damwildstrecke befindet sich seit circa 20 Jahren nahezu an dem selben Niveau und erreicht 2019/2020 eine Höhe von 10.899 Stück, das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die höchsten Anteile an der Landesstrecke erbrachten wie schon im Vorjahr die Landkreise Oberhavel (31 Prozent), Uckermark (27 Prozent) und Potsdam-Mittelmark (17 Prozent).

Schwarzwild (Sus scrofa)

Das Wildschwein ist in ganz Europa bis auf Skandinavien und die Britischen Inseln verbreitet. In Deutschland kommt es in allen Bundesländern vor. Als Lebensraum bevorzugt es feuchte Eichen- und Buchenwälder sowie ausgedehnte Laub- und Mischwälder, ist aber auch vermehrt in der Agrarlandschaft und in Siedlungsgebieten anzutreffen. Schwarzwild gilt als wenig standorttreu und kann in einer Nacht Entfernungen bis zu 20 km zurücklegen. Eine Rotte besteht aus Bachen, Überläufern und Frischlingen. Ältere Keiler sind häufig Einzelgänger.

Schwarzwild ist ein Allesfresser und besteht neben pflanzlicher Kost auch aus Insekten, Mäusen und Jungwild. In der Landwirtschaft verursacht Schwarzwild beachtliche Schäden.

Die Rauschzeit findet in der Regel von November bis Februar statt, wobei es mittlerweile zahlreiche Abweichungen gibt. Die Tragzeit beträgt 3 Monate, 3 Wochen und 3 Tage.

Maßgeblichen Anteil an der Rekord-Schalenwildstrecke 2019/20 hat mit 56 Prozent die Schwarzwildstrecke. Nie zuvor wurden 102.456 Wildschweine erlegt, ein neuer Streckenrekord und ein sehr deutliches Zeichen der brandenburgischen Jägerinnen und Jäger im Hinblick auf ihre Entschlossenheit zur Reduktion der hohen Bestände. Den höchsten Streckenanteil lieferte wieder die Uckermark mit über 12.000 erlegten Sauen.

Rehwild (Capreolus capreolus)

Das Rehwild zählt zu den Trughirschen und ist in Mitteleuropa der häufigste und gleichzeitig kleinste Vertreter der Hirsche. Als Lebenraum bevorzugt es Gebiete mit einem häufigen Wechsel von Mischwäldern und Feldgehölzen mit Feldern und Wiesen. Tagsüber befindet sich Rehwild in der Regel in der Deckung. Im Sommer lebt das Rehwild einzeln, im Winter gesellig in Sprüngen.

Bei der Nahrungsaufnahme ist Rehwild sehr wählerisch und wird als Konzentratselektierer bezeichnet. Hierbei werden gezielt energie- und nährstoffreiche, leicht verdauliche Pflanzen ausgewählt. Nur 5% der Gesamtäsung entfällt auf Gras.

Die Blattzeit des Rehwildes findet im Juli und August statt. Es folgt eine Tragzeit von ca. 42 Wochen, die eine Eiruhe in der Winterzeit von ca. 18 Wochen beinhaltet. Die Kitze werden dann im Mai und Juni des Folgejahres gesetzt.

Die Rehwildstrecke befindet sich auf einem hohen Niveau. Mit insgesamt 60.074 Stück Rehwild liegt die diesjährige Strecke 1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die höchste Strecke verzeichnete der Landkreis Uckermark mit einem Anteil von 14 Prozent an der Landesstrecke.

Muffelwild (Ovis orientalis musimon)

Das Mufflon zählt zu den Hornträgern (Boviden) und gilt als einzige Wildschafart Europas. Ursprünglich stammt es aus Korsika und Sardinien und wurde um 1900 erstmalig bei uns eingebürgert. Der bevorzugte Lebensraum sind die Mittelgebirge mit Wald und Wiesen. Hohe Schneelagen und weiche Böden sind hingegen ungeeignet. Muffelwild lebt gesellig in Rudeln und ist tagaktiv. Muffelwild ernährt sich überwiegend von Gras, darüber hinaus werden auch gern die Blätter von Bäumen und Sträuchern genommen. Die Brunftzeit erstreckt sich von Ende Oktober bis Anfang Dezember. Nach einer Tragzeit von 5,5 Monaten werden von März bis Mai die Lämmer gesetzt.

Gesunken ist die Muffelwildstrecke im vergangenen Jagdjahr. Es konnten insgesamt 348 Mufflons erlegt werden, 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Landkreis Oberhavel trug 44 Prozent, die Prignitz und die Uckermark jeweils 16 Prozent zur Landesstrecke bei.

Elch (Alces alces)

Der Elch zählt zu den Trughirschen und stellt hier die größte Art dar. Er verfügt über eine Kopf-Rumpf-Länge von ca. 3 Metern und kann ein Gewicht von bis zu 800 kg erreichen. Der Elch ist ein Bewohner des borealen Nadelwaldes und der Taiga und kommt in Europa, Asien und Nordamerika vor. Als Lebensraum bevorzugt er unebenes, schwergängiges Gelände. Er ist ein tagaktiver Einzelgänger.

Elche sind Konzentratselektierer und nehmen junge Baumtriebe (Pappeln, Birken, Weiden) zu sich.

Die Brunft findet im Herbst statt, und nach ca. 8 Monaten wird in der Regel ein Kalb gesetzt.

Seit einigen Jahren ziehen wieder verstärkt Elche nach Brandenburg, wobei die Tiere mehrheitlich aus Polen, aber auch aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und womöglich Tschechien stammen.

Weitere Informationen über den Elch in Brandenburg finden Sie im Elch-Managementplan des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MIL).