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Artenreiche Flur in Groß Kreutz

Auf Initiative des Landesforstamtes, des Landesumweltamtes, des Landesjagdverbandes, des Naturschutzbundes Deutschland, der Forschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft Eberswalde e. V. und des Gutes Groß Kreutz wurde am 18. November 1991 eine Vereinbarung zur Bildung der Interessengemeinschaft „Artenreiche Flur“ Groß Kreutz unterzeichnet.

Die wichtigsten Ziele der Interessengemeinschaft sind

  • die Demonstration gemeinsamer Arbeit verschiedener Interessengruppen zur Wiederherstellung einer artenreichen Flur für ein Beispielsgebiet
  • das aktive Biotopmanagement als Voraussetzung zur Durchführung von Hilfsprogrammen für gefährdete Tierarten
  • die Einrichtung eines Lehr- und Versuchsgebietes für Niederwild- und Naturschutzaufgaben.

Biotopgestaltung

Unterschiedliche biotopgestaltende Maßnahmen wurden im Lehrrevier Groß Kreutz durchgeführt. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Anlage von insgesamt zehn verschiedenen fünfreihigen Flurholzstreifen auf einer Fläche von 10,64 ha und einer Länge von 7200 m
  • Pflege der Feldgehölze und zurückhaltende Bewirtschaftung mehrjähriger Stillegungsflächen
  • Anlage von Benjeshecken und Weidenanpflanzung als Maßnahmen zur Erhöhung des Deckungsangebotes für das Niederwild und alle anderen Arten des Gebietes
  • Renaturierung und Erhalt des ca. 4 ha großen Deetzer Pfuhls, ein durch Oberflächenwasser gespeistes stehendes Gewässer, als Lebensraum für Amphibien und Vögel
  • Erhalt von Lesesteinhaufen als ein wichtiges Element des Lebensraumes für zahlreiche Tierarten (z.B. Insekten, Lurche, Kriechtiere, Kleinsäuger)
  • Anbringen von Nisthilfen in verschiedenen Ausführungen
  • Einsaat mehrjähriger Gras- und Kräutermischungen auf stillgelegten Parzellen als ganzjährig Äsung und Deckung

Auswirkungen der Biotopgestaltung

Eine wichtige Aufgabe im Rahmen des Projektes „Artenreiche Flur“ stellt die Überprüfung der Wirksamkeit aller Maßnahmen zur Lebensraumgestaltung dar. An Hand  der Bestandsentwicklung bestimmter, als Indikatoren geeigneter Tierarten werden die Auswirkungen der Biotopgestaltung überprüft. Eine bedeutsame Tierart mit Indikatorfunktion ist der Feldhase. Seine Besatzentwicklung wird seit 1992 mit Hilfe der Scheinwerferzählmethode verfolgt. Dabei konnten Frühjahrsbesätze zwischen 14 und 20 Hasen/100 ha und Herbstbesätze von 18 bis 28 Hasen/100 ha ermittelt werden. Feldhasenbestände im Revier Groß Kreutz werden auch im Rahmen des WILD-Projekts erfasst.

Besondere Anziehungskraft üben die gestalteten Stillegungsflächen mit einem ganzjährig guten Nahrungs- und Deckungsangebot aus, hier waren die Hasendichten zwei- bis dreimal höher als im übrigen Gebiet.



Alle Jäger sollen künftig Schalldämpfer nutzen können

Das Bundesinnenministerium (BMI) hat in einem Schreiben an die Verbände signalisiert, dass Änderungen des Waffengesetzes im Bezug auf die Nutzung von Schalldämpfern bundesweit Klarheit schaffen könnten. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und Partnerverbände begrüßen das Vorhaben und drängen auf eine bundeseinheitliche Lösung.

Neue Wege im Wolfsmanagement gehen

Landnutzer fordern Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild. Grundlage soll eine wildökologische Raumplanung sein. Für die sich schnell ausbreitenden Wölfe wird ein Akzeptanzbestand empfohlen.

Graugans breitet sich aus in Deutschland

Jäger haben 2017 aus 40 Prozent der Reviere das Vorkommen von Graugänsen gemeldet – ein Anstieg von 58 Prozent in acht Jahren. Die Zahl der Reviere mit Brutvögeln hat sich sogar verdoppelt auf 19 Prozent. Der DJV fordert eine nachhaltige Bejagung statt Begasung wie in den Niederlanden.