Teilen: Share on FacebookEmail this to someone

Das Projekt WILD

Das Projekt „Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands“ (WILD) wurde im Jahr 2001 vom Deutschen Jagdverband e.V. (DJV) und seinen Landesjagdverbänden als ein dauerhafter Baustein der ökologischen Umweltbeobachtung eingerichtet.
Das Projekt hat sich seit der Entstehung stetig weiterentwickelt. So beruht die Datenerfassung mittlerweile auf vier Teilbereiche. Zum einen finden konkrete Wildtierzählungen mit standardisierten Methoden in ausgewählten Zählgebieten („Erfassung in Referenzgebieten“) statt, zum anderen werden flächendeckende Erfassungen zum Vorkommen (Bestandseinschätzungen) von Wildtieren in möglichst vielen Jagdbezirken Deutschlands durchgeführt („Flächendeckende Erfassung“). Für die Beurteilung von Bestandsentwicklungen erfolgt regelmäßig eine Auswertung der vorhandenen jagdstatistischen Daten („Jagdstreckenerfassung“), welche von den Jagdbehörden der Bundesländer bereitgestellt werden.

Im Herbst 2016 wurde zuletzt das „Tierfund-Kataster“ im WILD-Programm aufgenommen (www.tierfund-kastaster.de). Hier besteht die Möglichkeit, via App oder Internet tot aufgefundene Tiere zu melden. Ziel ist es, Unfallschwerpunkte zu lokalisieren sowie andere Fallwild-Ursachen zu erheben. Wichtigstes Ziel des Projektes ist die Dokumentation von Wildtiervorkommen, -populationen und deren Entwicklungen, um hieraus Strategien für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Wildtieren zu entwickeln.

Wie ist die Struktur vom WILD?

Um den erfolgreichen Verlauf des Projektes zu sichern, ist eine effektive Koordination der Arbeiten auf Bundesebene notwendig. Hierfür sind sog. „WILD-Zentren“ (Deutscher Jagdverband e.V., Tierärztliche Hochschule Hannover, Christian-Albrecht-Universität zu Kiel, Thünen-Institut für Waldökosystem Eberswalde) zuständig, welche die wissenschaftliche Betreuung übernehmen. In den einzelnen Bundesländern wird die Durchführung von WILD durch den „Länderbetreuer“ umgesetzt. Aufgabe ist es, möglichst viele Vertreter der Jägerschaft dahingehend zu motivieren, langfristig am Projekt mitzuarbeiten. Des Weiteren ist der Länderbetreuer für die fristgerechte Umsetzung der Erfassungen, die Dateneingabe und deren Kontrolle zuständig. Die örtlichen Jäger führen dann die Zählungen nach vorheriger Anleitung ehrenamtlich in ihren Revieren durch und leisten damit den wichtigsten Beitrag im Projekt.

Was wird erhoben?

Im besonderen Fokus des Projektes stehen die klassischen Niederwildarten Feldhase (Lepus europaeus) und Rebhuhn (Perdix perdix). Um den möglichen Prädatoreneinfluss zu quantifizieren, werden seit 2003 in den Referenzgebieten neben diesen beiden Arten auch Daten zu Rotfuchs (Vulpes vulpes), Dachs (Meles meles), Nebel- und Rabenkrähe (Corvus corone) jährlich erhoben. Außerdem finden in ausgewählten Referenzgebieten regelmäßige Flächennutzungskartierungen statt, um die Veränderungen in den Lebensräumen zu dokumentieren.

Neben den Erfassungen in den Referenzgebieten erfolgen in regelmäßigen Abständen die flächendeckenden Erhebungen weiterer Arten in den Jagdbezirken Deutschlands. Hierzu zählen Abfragen zum Vorkommen, zur Jagstrecke, zum Krankheitsgeschehen aber auch Einschätzungen von Bestandsdichten und –entwicklungen. Regelmäßig erfasste Arten sind u.a. die Neozoenarten Marderhund, Waschbär und Mink sowie eine Reihe von Wasservögeln. In den letzten 15 Jahren wurden so die Vorkommen von 17 Säugetier- und 18 Vogelarten ermittelt, wobei jagdbare Arten im Mittelpunkt stehen.

Im Tierfund-Kataster können Daten für eine Vielzahl von Tierarten gesammelt werden, im besonderen Interesse stehen Wildunfälle. Dabei kann sich auch jeder interessierte Bürger beteiligen.

Die Ergebnisse der bisherigen Datenerhebungen sind ausführlich in den WILD-Jahresberichten veröffentlicht. Außerdem wird jährlich ein separater Bericht für Brandenburg durch die Länderbetreuerin erstellt.

Stand in Brandenburg

Die Erfassung der Daten im WILD-Projekt erfolgt ehrenamtlich durch die Jäger in ihren eigenen Jagdbezirken. Dabei erhalten sie eine finanzielle Unterstützung durch den Landesjagdverband Brandenburg e. V. in Form einer Fahrkostenerstattung. Ohne die freiwillige engagierte Teilnahme der örtlichen Jäger ist die Umsetzung des Projektes undenkbar. Derzeit sind in Brandenburg 35 Referenzgebiete eingerichtet, in denen regelmäßig Wildtierzählungen durchgeführt werden (Stand Januar 2018). Um die Repräsentativität der Daten zu steigern, sind weitere Interessenten am Projekt jederzeit willkommen und können sich bei der Länderbetreuerin melden.

Bedeutung von WILD

Durch die Erfassung im WILD erreicht die Jägerschaft sehr viel Außenwirkung. Es besteht großes Interesse an den Daten seitens unterschiedlicher Einrichtungen und der Öffentlichkeit. Die Jagd wird so „transparenter“ gemacht. WILD verfügt mittlerweile über einen sehr umfangreichen Datenpool (langjährige Datenreihen). Die Ergebnisse helfen Verbänden und Behörden in ihrer Argumentation, beispielsweise bei der Festlegung von Jagdzeiten. Ein konsequentes Monitoring kann so auch vor jagdpolitischen Veränderungen schützen.

Letztendlich haben die erfassten Daten für den einzelnen Jäger jagdpraktische Bedeutung, da bessere Informationen zu den Vorkommen im Revier vorliegen (z.B. Baukataster).

Ansprechpartner für Brandenburg

Grit Greiser

Grit Greiser

Wildtierökologin

Thünen-Institut für Waldökosysteme
Alfred-Möller-Str. 1, Haus 41/42
16225 Eberswalde

Tel.: 03334 / 3820-305

Email

WILD-Jahresberichte


Afrikanische Schweinepest in Belgien nachgewiesen

Das ASP-Virus ist noch 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Verantwortlich für die Verbreitung ist der Mensch, etwa über Transitstrecken. Reste infizierter Rohwurst reichen aus für einen
Ausbruch der Tierseuche. Der DJV fordert deshalb mehr Biosicherheit an Bahnhöfen, Parkplätzen und Grenzübergängen.