Neue Wildmarken und Ursprungsscheine in Brandenburg - was Jäger jetzt beachten müssen

In Brandenburg sind neue Wildmarken und Ursprungsscheine eingeführt worden, die ab dem 1.4.2014 zu verwenden sind. Restbestände alter Marken und Ursprungsscheine dürfen aufgebraucht werden.
In einem Schreiben erläutert die Oberste Jagdbehörde (OJB) Brandenburg Einführung und Gebrauch der neuen Formulare wie folgt:
 Die Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung verpflichtet in § 2b Abs. 2 die Jäger unabhängig von den Regelungen des § 5 Abs. 1 der Wildhandelsüberwachungsverordnung zur Abgabe des Wildursprungscheinoriginals bei dem zuständigen Veterinäramt, sofern eine amtliche Fleischuntersuchung oder eine amtliche Untersuchung auf Trichinen durchzuführen sind. Abweichend von der Wildhandelsüberwachungsverordnung von 1996 wurde in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz eine neue Regelung zur Anwendung des um einen Durchschlag erweiterten Wildursprungsscheins entwickelt.

Der Wildursprungsschein wird mit Beginn des neuen Jagdjahres im Durchschreibverfahren (4-fach) ausgefertigt und es ist nach Maßgabe der beigefügten Anlage wie folgt mit dem Original und den Durchschriften zu verfahren: Verbleibt das Wild beim Jagdausübungsberechtigten ohne eine Fleisch- oder Trichinenuntersuchung durchführen zu müssen, so verbleiben das Original (weißes Blatt), die grüne, rosa und gelbe Durchschrift beim Jagdausübungsberechtigten. In diesem Faii ist es ausreichend, das Original aufzubewahren. Muss bei einem Stück Wild durch die Anmeldung des Jagdausübungsberechtigten eine Fleisch- oder Trichinenuntersuchung (Wildschwein, Dachs) durchgeführt werden, wird das Original (weißes Blatt) dem Veterinäramt übergeben und die grüne, rosa sowie gelbe Durchschrift verbleiben beim Jagdausübungsberechtigten.
 
Wird die Trichinenuntersuchungspflicht (Wildschwein, Dachs) an einen Betrieb des Einzelhandels oder an einen Jäger übertragen (§ 4 Abs. 2 TierLMHV), muss das Original ebenfalls an den Betrieb des Einzelhandels oder an den Jäger übertragen werden, um an das entsprechende Veterinäramt übergeben werden zu können. Die grüne und gelbe Durchschrift verbleiben beim Wild. Bei dem (das Wild abgebende) Jagdausübungsberechtigten verbleibt die rosa Durchschrift.
 
Wird das Wild an einen Wildhändler (Großhändler) übergeben, erhält dieser das Original (weißes Blatt), die grüne Durchschrift und die gelbe Durchschrift. Gibt der Wildhändler (Großhändler)  nicht zerlegtes Wild weiter, verbleibt die gelbe Durchschrift beim Wild, die grüne Durchschrift verbleibt in diesem Fall bei dem abgebenden Wildhändler. Die rosa Durchschrift behält der Jagdausübungsberechtigte.
 Verlangt ein Abnehmer von Wild (z.B. ein Wildhändler) eine Erklärung, die den Verdacht einer Umweltkontamination ausschließt (Anhang III, Abschnitt IV, Kapitel II, 4. a Verordnung (EG) Nr. 853/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates mit spezifischen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs), kann der Jagdausübungsberechtigte dies auf dem Wildursprungsschein unter der Rubrik Bemerkungen handschriftlich oder per Stempel auf dem Original und jeder Durchschrift bestätigen, sofern kein Verdacht besteht. OJB BRB
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